Denkzeichen Güterbahnhof

10. August 2010

Gedenkveranstaltung am Güterbahnhof 2010

Gespeichert unter: Allgemeines, Gedenkveranstaltungen — Renate @ 08:57

Gedenken an die 1942 und 1943 aus Darmstadt deportierten Juden und Sinti

Sonntag, 26. September 2010
Beginn:11.00 Uhr
am Güterbahnhof Darmstadt
Kirschenallee/Ecke Bismarckstraße

www.denkzeichen-gueterbahnhof.de

Kontakt:
Renate Dreesen, Adam-Schwinn-Str. 49, 64319 Pfungstadt, 06157/84470, rdreesen@gmx.net
Peter Schmidt, Lauteschlägerstr. 19 64289 Darmstadt, Tel 06151/74543 c.p.schmidt@arcor.de

Spendenkonto der Arbeitskreises ehemalige Synagoge Pfungstadt e. V.:
Stichwort „Initiative Güterbahnhof“, Sparkasse Darmstadt, Konto 50003310 - BLZ 508 501 50

20. September 2009

Gedenkveranstaltung 2009 am 27.9.2009 11.00 Uhr

Gespeichert unter: Aktuelles — Renate @ 16:49

Gedenken

an die 1942 und 1943 aus Darmstadt deportierten Juden und Sinti

Sonntag, 27. September 2009
Beginn:11.00 Uhr am Güterbahnhof Darmstadt Kirschenallee/Ecke Bismarckstraße

Kontakt:
Renate Dreesen, Adam-Schwinn-Str. 49, 64319 Pfungstadt, 06157/84470, rdreesen@gmx.net
Peter Schmidt, Lauteschlägerstr. 19 64289 Darmstadt, Tel 06151/74543 c.p.schmidt@arcor.de

Spendenkonto der Arbeitskreises ehemalige Synagoge Pfungstadt e. V.:
Stichwort „Initiative Güterbahnhof“, Sparkasse Darmstadt, Konto 50003310 - BLZ 508 501 50

INITIATIVE GEDENKORT GÜTERBAHNHOF DARMSTADT
Träger: Arbeitskreis ehemalige Synagoge Pfungstadt e.V. – Darmstädter Geschichtswerkstatt e.V. - Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Darmstadt – GEW Stadtverband Darmstadt – Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten Starkenburg u. a.

Wissenschaftsstadt Darmstadt

Gedenken 2009

Programm:

Musik: Sophie Zieschang, Caroline Rott, Mira Yacine, Liza Keller und Irith Gabriely

 Begrüßung: Renate Dreesen und Peter Schmidt, Sprecher der Initiative

 Begrüßung: Oberbürgermeister Walter Hoffmann

Musik: Sophie Zieschang, Caroline Rott, Mira Yacine und Liza Keller

 Schüler der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule:
Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung von Künstlern und
Intellektuellen in Darmstadt

Musik: Christian Vietheer

 Elisabeth Krimmel erinnert anDr. Fritz Freund

Musik: Sophie Zieschang, Caroline Rott, Mira Yacine und Liza Keller

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19. September 2009

“Verstummte Stimmen”

Gespeichert unter: Allgemeines — Renate @ 17:40

Der Kampf um das Landestheater

 Darmstadt 1919 bis 1937

Vom 6. September bis zum 31. Oktober wird die Ausstellung „Verstummte Stimmen“ im Staatstheater Darmstadt und dem Hessischen Staatsarchiv Darmstadt zu sehen sein. 

Die erstmals 2006 in Hamburg gezeigte Ausstellung „Verstummte Stimmen“ präsentiert ein bisher kaum untersuchtes und nie dargestelltes Kapitel aus der Nazizeit – die Säuberung der deutschen Opernhäuser. Dieser Eingriff bedeutete für Tausende jüdischer wie nichtjüdischer Komponisten, Dirigenten, Intendanten, Sängerinnen und Sänger Berufsverbot, Exil oder Deportation. Von solchen Schicksalen erzählt der im Karolinensaal des Staatsarchivs gezeigte Ausstellungsteil am Beispiel 44 prominenter Künstler.

Aber die Ausstellung präsentiert nicht nur das Leben einiger Prominenter und die Maßnahmen der großen Politik. Als Wanderausstellung hat sie diesen Prozess der Vertreibung bisher am Beispiel der Opernhäuser in Hamburg, Berlin und Stuttgart rekonstruiert. In Darmstadt wurde auch das Schauspiel in die Recherche einbezogen. Der Blick auf den Mikrokosmos eines Theaters rückt die vielen bisher Namenlosen ins Licht, die entlassen wurden – die Solisten aus der zweiten Reihe, die Mitglieder von Chor und Orchester, die Bühnenarbeiter und Angestellten. Auch ihr Leben verdient, erzählt und erinnert zu werden. Insgesamt wurden in Darmstadt mehr als 60 Ensemblemitglieder aufgrund ihrer jüdischen Herkunft oder politischen Einstellung vertrieben. Diese lokale Fallstudie wird im Foyer des Staatstheaters präsentiert.

Das Hessische Landestheater war mit insgesamt 2000 Plätzen nicht nur eines der größten deutschen Theater, sondern besaß auch einen überregionalen Ruf als Stätte der Avantgarde. Das verdankte es neben Theaterleitern wie Ernst Legal und Carl Ebert vor allem einem Mann – dem Regisseur und Intendanten Gustav Hartung. Er hatte den szenischen Expressionismus am Frankfurter Theater entscheidend geprägt und wirkte auch in Darmstadt von 1920 bis 1924 und dann wieder von 1931 bis 1933 stilbildend.Hartungs Vorstellung von der Bühne als Medium der kritischen Reflexion, die auch die Intendanten Legal und Ebert teilten, vertrug sich nicht mit dem, was das konservative Bürgertum der ehemaligen Residenzstadt vom Theater erwartete – Erbauung und Unterhaltung.

Es kam zu Protesten und gewalttätigen Störungen, zu Pressekampagnen und Debatten im Landtag, bei denen die deutschnationalen Parteien immer öfter dem Theateretat ihre Zustimmung verweigerten.

Alle diese Kämpfe gegen das Landestheater waren von Beginn an von antisemitischer Hetze begleitet, die den Juden aufgrund ihrer Rasse die Befähigung zur Interpretation deutscher Kunstwerke absprach. Als Hauptagitator tat sich dabei der Butzbacher Studienrat Ferdinand Werner hervor, der schon vor dem Ersten Weltkrieg als Vertreter einer Antisemitenpartei in den Reichstag entsandt worden war.

Mit dem Erdrutschsieg der NSDAP bei den Reichstagswahlen im September 1930, bei dem fast ein Fünftel der Bevölkerung des Volksstaats Hessen für Hitler gestimmt hatte und nach dem 1931 folgenden Triumph bei den Landtagswahlen, bei denen seine Partei mit 37% der Stimmen zur stärksten Fraktion geworden war und in der Person von Ferdinand Werner den Landtagspräsidenten stellte, verstärkte sich die Hetze gegen die jüdischen Ensemblemitglieder.

Das erste Opfer der neuen Machthaber wurde der verhasste Intendant Gustav Hartung: Der für untragbar erklärte Theaterleiter trat am 14. März zurück und flüchtete in die Schweiz. Insgesamt wurden 29 Künstler aus dem Hessischen Landestheater Darmstadt vertrieben. Am 27. Juni wurden 26 Angehörige des technischen Personals „wegen politischer Unzuverlässigkeit“ und drei aus rassischen Gründen entlassen.

Die Zahl von 58 vertriebenen Theatermitgliedern, zu denen noch 11 ungeklärte Fälle hinzuzurechnen sind, übersteigt, bezogen auf die Gesamtzahl von 360 damals am Landestheater Beschäftigten, alle bisher bekannten Verfolgungsmaßnahmen. Während Theaterwissenschaftler eine Durchschnittsquote von 2 % Verfolgten an deutschen Theatern ermittelt haben, ergaben unsere Recherchen in Hamburg, Berlin und Stuttgart eine Quote von 5%. Im Falle von Darmstadt muss man von 15 bis 20 % ausgehen.

Staatstheater Darmstadt
Georg-Büchner-Platz 1
64238 Darmstadt
www.staatstheater-darmstadt.de
Dienstag bis Samstag von 10-14 Uhr
Geschlossen am: 31.10.
Eintritt frei
Hessisches Staatsarchiv DarmstadtKarolinenplatz 3

64289 Darmstadt

www.staatsarchiv-darmstadt.hessen.de

Montag bis Donnerstag von 10-17 Uhr

Freitag und Samstag von 10-15 Uhr

Eintritt frei

10. Mai 2009

Jazz und Swing im E-Werk Pfungstadt, Brunnenstraße 9

Gespeichert unter: Aktuelles — Renate @ 08:35

Von Freitag, 26. Juni 2009 - bis Sonntag, 28. Juni 2009 - 

Mit dem Sascha Reinhardt Ensemble (Freitag) und dem Emil Mangelsdorff Quartett (Sonntag)

wird der AK Ehemalige Synagoge in Zusammenarbeit mit dem KiEW zum südhessischen Kultursommer zwei echte Perlen des Jazz und Swing nach Pfungstadt holen.

Und dies an einen Ort mitten in Pfungstadt, der noch nicht sehr prominent ist, das aber sehr schnell werden könnte - in die ehemalige Maschinenhalle des historischen Elektrizitäts- und Fernheizwerks Pfungstadts in der Brunnenstrasse 9.

Die große Gelegenheit, zwei international renommierte Formationen in einem ganz besonderen Ambiente zu genießen. Bis zu 200 Gäste finden Platz im rauhen Charme des einmaligen Industriedenkmals.

Für Samstag ist ein erster Band-Contest regionaler Nachwuchsbands geplant.

Diese Veranstaltungen finden mit freundlicher Unterstützung durch und in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Pfungstadt statt.

VVK und AK: 20.-€ / ermäßigt 14.-€

Die Schirmherrschaft über diese Veranstaltungsreihe übernahm Prof. Dr. Ralf-Rainer Lavies, Vorsitzender des Kreistags Darmstadt-Dieburg.

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Live im E-Werk / Juni 2009

 http://www.kroehlmann.4k4.net/2009/6-2009/e-werk.htm(video wmv, ca. 14 Minuten)  
Sascha Reinhardt Ensemble  26.9

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Band-Contest / 27.9.   

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Emil Mangelsdorff Quartett 28.6.2009

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Das Darmstädter Echo berichtete:

Der Name verpflichtet

Sinti-Jazz: Sascha Reinhardt spielt mit seinem Sextett im alten

E-Werk in Pfungstadt

PFUNGSTADT.

 

Hans-Dieter Vötter

 

Das legendäre „Quintette du Hot Club de France“ gilt als Keimzelle der Musik, die der geniale Django Reinhardt (1910 – 1953) in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelte. Er verwob lateinamerikanische Musik mit europäischer Zigeunermusik und kombinierte diese Mischung stilistisch mit dem damals modischen Swing. So entstand der „Sinti-Jazz“, der in Deutschland unter dem Begriff „Musik deutscher Zigeuner“ populär wurde. Der 2006 verstorbene Schnuckenack („schönes Näschen“) Reinhardt gilt als wichtigster Protagonist dieser Musik, die unter den Sinti und Roma von Generation zu Generation weitervererbt wird.

Nun sind schon die Enkel an der Reihe, und dazu gehört Sascha Reinhardt, der sich mit seiner Formation am Freitag im alten Pfungstädter E-Werk vorstellte. Die klassische Besetzung mit drei Gitarren, Bass und Violine wird beim „Sascha Reinhardt Ensemble“ durch den erst zwanzigjährigen Diego Reinhardt zum Sextett erweitert. Der junge Gitarrist ist dabei, in die Fußstapfen seines Vaters Sascha zu treten und begeistert sowohl beim Solo als auch in der Begleitung mit enormer Technik.

Und mit „Honeysuckle Rose“ hatte die Gruppe ein Konzert eröffnet, das die überbordende Spielfreude dieser Musiker eindrucksvoll demonstrierte. Im Mittelpunkt standen dabei die bekannten Standards, aber auch einige Gesangsstücke, die Sascha Reinhardt mit Reibeisenstimme, verblüffend ähnlich dem Rockbarden Rod Stewart, zum Besten gab.

„Allein der Name Reinhardt verpflichtet“ hatte er eingangs versichert und damit nicht zu viel versprochen. Das große Publikum genoss die improvisatorischen Höhenflüge von Altmeister Joe Bawelino an der Solo-Gitarre ebenso wie den Kollektivklang über einem fließend weichen, aber treibenden Grundrhythmus. Ein gelegentlicher Csardas oder Musettewalzer lockerten das Programm auf, animierten zum Mitklatschen oder zu spontanem Szenenapplaus.

Auch der kurze Auftritt der nächsten Generation mit den Söhnen Aljoscha, Diego, Jermaine und Sascha Reinhardt junior fand viel Anklang.

Mit diesem bemerkenswerten Konzert macht der Verein Kiew (Kultur im E-Werk) nachhaltig auf sich aufmerksam im Bestreben, in Zusammenarbeit mit der Stadt Pfungstadt ein Bürger- und Kulturzentrum zu etablieren.

 
 

29.6.2009

 
   

 

Ein souveräner Altmeister
Jazz: Vier haben allerhand zu bieten: Das Emil-Mangelsdorff-Quartett zu Gast im Pfungstädter alten E-Werk 

PFUNGSTADT. Emil Mangelsdorff, der ältere Bruder des ungleich bekannteren Albert Mangelsdorff (1928–2005), gehört zu den Musikern der ersten Stunde des deutschen Jazz. Im Gegensatz zu Albert, der sich einen Namen als Avantgardist und kreativer Posaunist machte, blieb der Frankfurter Emil Mangelsdorff stets dem Mainstream verbunden: „Ich habe das alles mitgemacht, komme aber nun ganz klar zu meinen Wurzeln zurück“ sagt er heute..

Unter der Naziherrschaft wurde er als Mitglied der illegal auftretenden „Hotclub Combo“ verhaftet und interniert, nach Wehrmacht und Kriegsgefangenschaft schloss er sich der Frankfurter Jazzszene an und gründete mit seinem Bruder das Jazzensemble des Hessischen Rundfunks. Seit einigen Jahren hat der 84 Jahre alte Altsaxofonist nun sein eigenes Quartett, das sich am Sonntag in Pfungstadt vorstellte.

Diese Gruppe tritt jeden ersten Montag im Monat im Frankfurter Holzhausenschlösschen auf, und die Gäste im Pfungstädter alten E-Werk erhielten eine Ahnung, warum sie dort vor stets ausverkauftem Haus geradezu Kultstatus erreicht hat. Dazu trägt das immer noch souveräne Spiel des Bandleaders bei, aber auch seine kongenialen Mitstreiter haben allerhand zu bieten. Pianist Thilo Wagner besticht durch einfühlsame Begleitung und bereichert mit dem Altsaxofon die spannenden Duette, die häufig als Einleitung dienen. Emil Mangelsdorff gilt seit jeher als Meister der Ballade und zelebriert dies überzeugend in den Standards „These foolish Things“ oder „Body and Soul“. Der in Polen geborene Vitold Rek, Dozent für Kontrabass in Mainz und bekannt als profilierter Experte auf seinem Instrument, versteht sich neben brillanter Streich- und Zupftechnik auch auf den swingenden Walking-Bass. Vierter im Bunde ist der energiegeladene Schlagzeuger Janusz Stefanski, ebenfalls Dozent in Mainz und an der Frankfurter Musikhochschule, der in der Darmstädter Szene bekannt ist durch seine Teilnahme an den Sommerkursen „Jazz Conceptions“.

Das Quartett beschloss die erste Konzerthälfte mit einer lebhaften Version des „Limehouse Blues“ und beendete seinen Auftritt mit „Blues Forever“, einem echten, erdigen Blues, der auch das Titelstück ihres neuesten Tonträgers bildet. Dazwischen erklangen „Au Privave“ und „Confirmation“ aus dem Repertoire des unvergessenen Charlie Parker. Die überraschend gute Akustik im Alten E-Werk tat ein Übriges und machte das zweistündige Konzert zu einem eindrucksvollen Erlebnis.

 

Hans-Dieter Vötter
30.6.2009

 

Roma -Familien in Darmstadt

Gespeichert unter: Aktuelles — Renate @ 08:33

Bündnis gegen Rechts Darmstadt - Initiative „Gedenkort Güterbahnhof Darmstadt“
Arbeitskreis Stolpersteine - Deutscher Gewerkschaftsbund Region Südhessen
und DGB Jugend

Dr. Hans Joachim Landzettel erinnert an das Schicksal der

Roma -Familien in Darmstadt

Mittwoch, 27. Mai 2009 Beginn 19.00 Uhr
Ort: Hans - Böckler - Saal,
Gewerkschaftshaus, Rheinstraße 50

Pressemitteilung Dr. Hans Joachim Landzettel erinnert an Roma –Familien in Darmstadt    

 

Zu der Veranstaltung laden ein:

Das Bündnis gegen Rechts Darmstadt, die  Initiative „Gedenkort Güterbahnhof Darmstadt“, der Arbeitskreis Stolpersteine, Deutsche Gewerkschaftsbund Region Südhessen und  die DGB Jugend 

Im Jahre 2004 wurde das „Denkzeichen Güterbahnhof“ am Darmstädter Güterbahnhof eingeweiht. Es erinnert an die über 3.000 Juden und Sinti, die von diesem Ort in die Vernichtungslager deportiert wurden. Bei der Gedenkveranstaltung 2008 erinnerte Romani Rose, Sprecher des Zentralrates der Sinti und Roma, daran, dass 70 Sinti und Roma aus Darmstadt und insgesamt 500 000 in ganz Europa ermordet wurden: “Es gibt keine Familie bei uns, die nicht betroffen ist.”

 

Romani Rose wandte sich vor allem auch gegen das Zerrbild des Nomaden. Sinti und Roma seien seit 600 Jahren im Land verwurzelt. Das Nachkriegsdeutschland habe bis in die 80er Jahre den Völkermord an seiner Minderheit geleugnet. Antiziganistische Klischees seien noch heute präsent.

 

In den Jahren 1979 bis 1984 lebten 7 Roma Familien in Darmstadt. Danach mussten sie Darmstadt verlassen. Ihre Situation war schwierig. Die Vorurteile waren massiv und trugen zur Eskalation und Vertreibung bei.

 

Dr. Hans Joachim Landzettel, Kinderarzt aus Darmstadt, betreute die Familien, vor allem die Kinder medizinisch. Nach anfänglischen Schwierigkeiten konnten sich dabei vertrauensvolle Kontakte zu den Familien entwickeln. Noch heute beschäftigt ihn die Frage, warum die Integration nicht gelungen ist. Was hätte getan werden müssen?

 

Dr. Hans Joachim Landzettel berichtet von seinen Erfahrungen in Darmstadt und beschreibt die Situation der Sinti und Roma in einer geschichtlichen Betrachtung.

 

Gerade im Umgang mit Sinti und Roma gibt es viel Unverständnis und Ressentiments.

Hier begegnen wir auch eigenen Vorurteilen. Wir wollen uns mit ihnen auseinandersetzen und gemeinsam daran arbeiten, dass Minderheiten menschenwürdig und respektvoll behandelt werden und dies zu einer Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander wird.

 

  bild1871-small.JPG  bild1872-small.JPG   bild1873-small.JPG   bild1874-small.JPG   bild1875-small.JPG  Ein Musikfest und seine unerwarteten Folgen
 
Rückblick: Kinderarzt Landzettel spricht über die Roma-Familien, die nach Darmstadt zogen

Hans Joachim Landzettel ist Kinderarzt und Psychotherapeut. Im Jahr 1979 stürmte eine elfköpfige Roma-Familie an den Menschen in seinem Wartezimmer vorbei in seine Praxis, und der Vater legte ihm seine schwer atmende Tochter auf den Tisch.

Dieser Besuch hat das Leben des Mediziners verändert. Schnell lernten die „Zigeunerfamilien“, wie er sie nennt, dass in Deutschland Arztbesuche eine Terminabsprache erfordern und auch nicht ständig die ganze Familie dabei sein muss. Innerhalb weniger Jahre waren mehr als dreißig kleine Patienten dieser Volksgruppe bei ihm in Behandlung. Am Mittwochabend hatten zahlreiche Gruppen Landzettel eingeladen, im Gewerkschaftshaus von den Darmstädter Ereignissen Anfang der achtziger Jahre zu erzählen. Kinder haben ihn schon immer fasziniert. „Zumindest Säuglinge sprechen alle die gleiche Sprache“, scherzt er und zeigt auf ein Plakat mit Bildern von Kindern unterschiedlicher Herkunft. Im Oktober 1979 lädt die Stadt Darmstadt 18 Musikgruppen aus der ganzen Welt zu einem „Musikfest der Zigeuner“ ein. Dem kunstsinnigen Oberbürgermeister Heinz Winfried Sabais gefällt die Atmosphäre und er fordert zum Wiederkommen auf. Zwei Wochen später reisen fünfzig Roma mit ihren Wohnwagen an. Darauf ist die Stadt nicht vorbereitet. Doch man stellt ihnen in Kranichstein das Schlepper-Prüf-Feld zur Verfügung. Ein Jahr danach werden sie in drei städtische Häuser eingewiesen. Eines davon steht in der Arheilger Straße – unweit der Praxis von Doktor Landzettel in der Schlossgartenstraße. Zunächst scheint das gut zu gehen – doch 1981 schlägt die Stimmung um. Zeitgleich übernimmt Günther Metzger das Amt des Oberbürgermeisters. Aggressives Betteln, Diebstahl, Raufereien, begangen durch ähnlich aussehende Menschen, die jedoch meist von außerhalb kommen, wird den dreißig Bewohnern des Hauses in der Arheilger Straße angelastet. Irgendwann verlassen sie mit ihren Wohnwagen die Stadt – ob für eine Verkaufsfahrt oder Urlaub ist ungeklärt. In aller Frühe macht die Stadt das Haus dem Erdboden gleich. In der “Zeit” wird Metzger an den Pranger gestelltEinen Tag später suchen die Bewohner in den Trümmern nach ihren verbliebenen Habseligkeiten. Der Fall schlägt Wellen: Auf einer ganzseitigen Anzeige in der „Zeit“ klagen Prominente den Oberbürgermeister an. Er verklagt die Autoren, die Sinti und Roma verklagen ihn. Alle bekommen ein bisschen Recht. Doch die Kommunalwahlen stehen vor der Tür und nach einem Streit über ein gebrauchtes Auto wird eine weitere Familie aus der Stadt gewiesen.Als Landzettel erfährt, dass die ehemaligen Bewohner der Arheilger Straße nach einer Odyssee durch Europa in Ostia bei Rom gelandet sind, fährt er dorthin. Ein Mädchen hat eine schwere Mittelohrentzündung. Nun erhält er hässliche Briefe und Drohanrufe. Von Gesindel ist die Rede, und von Ungeziefer. Zum ersten Mal erfährt er, dass er in Darmstadt nicht nur Freunde hat. In einem Ordner hat er alle Dokumente, Zeitungsausschnitte und Briefe säuberlich abgeheftet. „Ich halte solche Vorträge, weil unser Verhältnis zu den Zigeunern immer noch nicht aufgearbeitet ist“, resümiert er schließlich, „mit solchen Aktionen wie damals werden auch heute noch Wahlen gewonnen.“  Mand               29.5.2009 

23. März 2009

Konzert gegen Rechts am 24.4.2009 im Schuldorf Bergstraße - Aula

Gespeichert unter: Aktuelles — Renate @ 18:45

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400 Jugendliche rocken gegen rechts
Konzert: Im Seeheimer Schuldorf wird getanzt und nebenbei über rechtsradikale Tendenzen an der Bergstraße informiert

SEEHEIM-JUGENHEIM. Von Marcella Märtel
Richtig abgerockt wird an diesem Freitagabend in der Aula des Schuldorf Bergstraße: Rund 400 Jugendlichen tanzen und toben ausgelassen zur Rockmusik von „Infaded“ und „Ska-Allüren“. Doch bei „Rock gegen rechts“ in Seeheim-Jugenheim geht es nicht nur um Musik. Zahlreiche Plakate und Flugblätter wurden an Schulen und in Jugendzentren im Umkreis verteilt, um möglichst viele Jugendliche auf das Konzert aufmerksam zu machen.
„Wir hoffen darauf, junge Leute für das Thema Rechtsextremismus zu sensibilisieren“, sagt Julius Geibel vom südhessischen Bündnis gegen rechts. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Region Südhessen, die Anti-Nazi-Koordination Darmstadt und die Initiative „Denkzeichen Güterbahnhof“ sind nur ein paar der Organisationen, die sich 2007 zu diesem Bündnis gegen Rechtsradikalismus zusammengeschlossen haben. Neben „Rock gegen rechts“ hat das Bündnis bereits Infostände und Demonstrationen organisiert.
„Es ist seit längerem bekannt, dass es organisierte rechtsextreme Strukturen in Südhessen gibt“, sagt die Jugendbildungsreferentin des DGB-Südhessen, Anja Willmann. Verstärkt seien rechtsextreme Plakate und Schmierereien entlang der Bergstraße gesichtet worden. Schuld daran sei die „Kameradschaft Darmstadt“, eine Gruppe, die ihren Sitz in Seeheim-Jugenheim habe. „Wir wollen zeigen, dass es hier auch nicht-rechte Strukturen gibt“, betont Willmann. „Das soll keine Provokation für rechte Gruppierungen sein, sondern dazu dienen, nicht-rechtseingestellte Menschen zu informieren.“ Zu diesem Zweck gibt es neben schriftlichem Infomaterial zwischen den Auftritten der beiden Bands einen Vortrag über „White Noise“ – rechtsradikale Musik. Michael Weiss vom Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum (Apabiz) Berlin erklärt anhand von Beispielen, was rechte Musik ist, und woran man sie erkennt. Denn „nicht immer weiß man sofort, dass es sich um rechte Liedtexte handelt“, erklärt Renate Dreesen, die Sprecherin der Initiative „Denkzeichen Güterbahnhof“. Rechtsextreme seien oft schwer zu erkennen. Auch die entsprechenden Schlagworte und Botschaften seien oft nur bei anderen Mitgliedern der Szene als solche bekannt. Darüber sollen die Jugendlichen aufgeklärt werden. „Der Vortrag ist bei den Zuhörern sehr gut angekommen und es wurde im Anschluss noch rege über das Thema diskutiert.“
Dass rechte Musik ein Gesprächsthema ist, bestätigt Anne (18) aus Bickenbach. An ihrer Schule sei wiederholt eine rechte Musik-CD mit dem Titel „Schulhof-CD“ verteilt worden. „Am schlimmsten finde ich es, wenn die Leute weggucken“, sagt Anne, und ihre Freundin Michelle (16) fügt hinzu: „Rassismus, zum Beispiel, bekommt man jeden Tag mit, aber viele Leute wollen die Augen gar nicht öffnen.“
Trotz Befürchtungen der Veranstalter, dass es zu Auseinandersetzungen zwischen Rechtsextremen und den Konzertbesuchern kommen könnte, gab es keine Störungen. „Der Abend war ein voller Erfolg und zeigt, dass die Jugendlichen sich mit dem Thema auseinandersetzen wollen“, sagt Renate Dreesen. Auch Kati (15) und Dennis (16) sind begeistert: „Wir finden es supergeil, dass hier gute Musik mit einem guten Motto verbunden wird.“

27.4.2009 Darmstädter Echo

22. November 2008

Aktionstag im Berufsschulzentrum Nord

Gespeichert unter: Aktuelles — Renate @ 08:16

Bündnis gegen Rechts Darmstadt

Aktionstag im Berufsschulzentrum Nord

26.11.2008 - 8.00 Uhr bis 15.30 Uhr

Schulstraße und Raum 301 in der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule

Ausstellung der VVN Neofaschismus

 9.30Uhr Antinazikoordination: Rechte Szene, Symbole und Strukturen

11.30 Uhr Vortrag: Hannes Heer: Genug erinnert?

13.30 Uhr Podiumsdiskussion mit
Hannes Heer, Historiker
Horst Raupp, DGB
Vertreter DGB-Jugend
Vertreter Stadtjugendring
Vertreter Stadtschülerrat
Vertreter Antinazikoordination
Vertreter SV HEMS

Mittwoch, 26.11.2008 ab 8.00 Uhr
im Berufsschulzentrum Nord in Darmstadt
Kontakt: Renate Dreesen, Adam-Schwinn-Str.49, 64319 Pfungstadt

Im Vorfeld der letzten Landtagswahl hat sich in Darmstadt ein Bündnis gegen Rechts gebildet, in dem Vertreter Gewerkschaftlicher und politischer Gruppierungen zusammenarbeiten. Dieses breite Bündnis, in dem DGB, DGB-Jugend, Antinazikoordination, Jugendvertreter, VVN, Initiative Gedenkort Güterbahnhof und viele andere mitarbeiten, lädt zu einem Aktionstag gegen Rechts im Berufsschulzentrum Nord in Darmstadt ein.

Gezeigt wird die Ausstellung NEOFASCHISMUS der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, die bereits vom 20.11.2008 zu sehen ist. Am Aktionstag werden verschiedene Vorträge zu hören sein.

Um 9.30 Uhr beginnt die Antinazikoordination Darmstadt mit einer Präsentation zum Thema „Rechte Szene, Symbole und Strukturen“, wo es auch um die Rechte Szene im Umfeld geht.

Um 11.30 Uhr hält der Historiker Hannes Heer einen Vortrag zum Thema „Genug erinnert?“. Hannes Heer war 1993 - 2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung und Leiter des Ausstellungsprojektes „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“. Zur Zeit ist in Stuttgart die Ausstellung „Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der ‚Juden’ aus der Oper 1933 - 1945“ zu sehen, die im nächsten Jahr in Darmstadt gezeigt werden wird. Hannes Heer lebt als Historiker, Filmregisseur und Ausstellungsmacher in Hamburg Von ihm sind zahlreiche Publikationen zur Geschichte von Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegserinnerung erschienen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion, die um 13.30 Uhr beginnt, diskutieren Hannes Heer, Horst Raupp, DGB, mit Vertretern der SV der Stadt und der HEMS, DGB Jugend u.a. über die Frage, wie der Rechten Szene entgegengetreten werden kann.
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Presse:
Aktionstag gegen Rechts
Neonazis auf dem Schulklo
VON SEBASTIAN WEISSGERBER

Gegen das Vergessen (Bild: ddp)

Die Neonazis haben es sich nicht nehmen lassen. Auch beim Aktionstag des Bündnisses gegen Rechts im Berufsschulzentrum Nord setzten sie ihre Marke. Auf der Toilette fand sich ein Aufkleber der Kameradschaft Darmstadt, die im Internet zum “nationalen Widerstand” aufruft.

“Der Aufkleber sah frisch aus”, sagte Dirk Völlger von der Antinazikoordination. Er hielt einen Vortrag über Strukturen rechtsextremer Gruppen - und ging auch auf die Kameradschaft Darmstadt ein: “Es ist unbekannt, wer dahinter steckt, aber es müssen Leute sein, die in der Sache sehr gefestigt sind.” Ihre Flugblätter und Schmierereien würden vor allem zu bestimmten Veranstaltungen auftauchen, wie dem Freundschaftsspiel des SV Darmstadt 98 gegen einen israelischen Verein.

Die Podiumsdiskussion des Aktionstags war scharf. Der Lehrer Rudolf Bersch sagte zu dem Historiker Hannes Heer: “Wenn Sie mit Erinnern meinen, was Sie in Ihrem Vortrag beschrieben haben, dann ist genug erinnert worden.” Heer kritisiert in seinen Büchern Versuche, die Schuld der Deutschen am Holocaust auf Hitler zu reduzieren. Er entgegnete Bersch, dieser würde die Kriegsverbrechen der Nazis gegen die der Alliierten aufrechnen. (mehr…)

24. Oktober 2008

Jüdische Familien in Griesheim bei Darmstadt

Gespeichert unter: Spurensuche — Renate @ 19:11

Von: Jacqueline Rauschkolb

Griesheim, 1.Nov. 2005

Juden in Griesheim

Der erste Jüdische Einwohner wurde im Jahre 1656 genannt er steht unter den Namen „Hertz der Jud“ er betrieb einen Viehhandel und einen Kramladen.1683 wurde der zweite Jüdische Einwohner genannt, dieser steht unter dem Namen „Jud Mosche“ in den Stadtunterlagen. Er besaß einen Vieh – und Warenhandel. 1697 wird die Jüdische Familie Löb und die Familie Flack genannt. Diese versorgte die Gemeinde mit Öl für das Rathaus, da damals noch Öllampen verwendet wurden. 1716 wird der Jüdische Mitbürger Joseph registriert. 1728 wurden die Jüdischen Familien mit dem Namen Mayer und Mendel genannt. Zudem werden die Familien Wolf und Solomon als Neubürger 1736 eingetragen.

Die Anzahl Jüdischer Einwohner im Überblick :
Im Jahre 1823 von 2148 Einwohnern, waren 110 Jüdische Einwohner
Im Jahre 1830 von 2179 Einwohnern, waren 121 Jüdische Einwohner
Im Jahre 1853 von 3048 Einwohnern, waren 195 Jüdische Einwohner
Im Jahre 1905 von 6100 Einwohnern, waren 127 Jüdische Einwohner
Im Jahre 1932 von 8789 Einwohnern, waren 78 Jüdische Einwohner

Aus alten Unterlagen geht hervor, dass es einen „Judenhof“ in Griesheim gab, in dem die Judenschule unterhalten wurde. Zudem soll es dort Räumlichkeiten gegeben haben, für die Feier des Sabbats.

Um das Jahr 1790 wurde in Griesheim jedes Jahr im durchschnitt eine Jüdische Ehe geschlossen und ein Jüdisches Kind geboren.
Im Jahre 1880 waren etwa 23 Juden in Griesheim Hausbesitzer.

Am Anfang waren Juden in Griesheim hauptsächlich Händler, Kaufleute und Geldleier. 1933 waren sie Viehhändler, Kaufleute, Geldverleiher, Metzger, Textil- und Holzhändler, Uhrmacher, Bäcker und es gab 2 Jüdische Ärzte.

17 der Griesheimer Juden Kämpfte im 1.Weltkrieg für Deutschland davon kehrten 6 nicht mehr zurück.

Schon im März 1933 wurde ein damaliger Jüdischer Mitbürger auf die Bürgermeisterei bestellt und dann in einem Nebenzimmer von der NSDAP verprügelt. Dieser Jüdische Einwohner wurde kurze zeit später in das Konzentrationslager nach Dachau gebracht, von dem er nie zurückkam.

In der Reichskristallnacht (9. auf 10. November 1938) wurde das Kaufhaus Löb in der Groß-Gerauer Strasse 18 geplündert und das Inventar der Synagoge in der Hintergasse wurde zerstört und verbrannt. Die ehemalige Bäckerei Löb wurde nach
dem Krieg von der Stadt gekauft und heute befindet sich in diesem Gebäude das Heimatmuseum von Greisheim. Die ehemalige Synagoge und Judenschule ist heute ein Parkplatz, da diese im Krieg vollständig zerstört wurde.

Nach dem Krieg wurde ermittelt das 1933 noch 84 Juden in Griesheim gelebt haben. Von diesen gelangen es 27 auszuwandern, davon gingen:
16 in die USA
5 nach Südafrika
4 nach Paraguay
2 nach Frankreich
und 7 starben vor 1940 in Griesheim.

Der Rest, also 50 Jüdische Einwohner wurden durch die Behörden „Zwangsumgemeldet“ das heißt, sie kamen in verschiedene Konzentrationslager und starben auch dort, doch es gibt darüber keine genaueren Aufzeichnungen.

1984 wurde an der Stelle der ehemaligen Judenschule und Synagoge eine Gedenktafel aufgestellt. Mit der Aufschrift:

„Hier stand die Synagoge mit Jüdischer Schule bis zu ihrer Zerstörung beim Bombenangriff im August 1944“

Jüdische Familien in Griesheim

Es gab zwei Jüdische Ärzte in Griesheim, der eine, dessen Name nicht bekannt ist wanderte um ca. 1929 aus.
Der andere Jüdische Arzt, Dr. Buxbaum, der so wie ich erfahren habe auch bei der geburt meiner Großmutter dabei war, wanderte 1937 in die USA aus. Doch er kehrte 1945 als Militärarzt zurück nach Griesheim. Zusammen mit der Militärverwaltung der USA. Er veranlasste die Schließung mehrerer Äcker, da diese durch Abwässer und den Krieg verseucht waren und die Menschen krank machten, da diese von den Äckern Gemüse verbrauchten. Er blieb für ein Jahr in Griesheim und ging dann zurück in die USA wo er bereits eine Familie gegründet hatte. Er starb 1973 in den USA.

Dann gab es die Familie von Josef Mendel. Josef selber war „schwachsinnig“ so die Aufzeichnungen. Er hatte einen Sohn namens Markus Mendel, dieser wurde in Griesheim am 27. Dezember 1882 geboren. Beide kamen nach Polen in ein Konzentrationslager, dort sind beide auch verschollen.

Zudem gab es noch einen Leopold Mayer, dieser wurde am 1.Juni 1904 in Griesheim bei Darmstadt geboren. Er wurde von den Behörden, wie viele andere auch „Zwangsumgemeldet“. Er kam in das Konzentrationslager nach Groß-Rosen, wo er am 17. Februar 1941 starb.

Quellenangaben

Buch: Verlag:

Griesheim, V. Bassenauer- Griesheim
100 Jahre in Bildern

Lebensbild der Gemeinde V. Bassenauer- Griesheim
Griesheim von Karl Knapp

Griesheim, von der steinzeitlichen V. Bassenauer- Griesheim
Siedlung zur lebendigen Stadt von Karl Knapp

Zusammenfassung
Über die Spurensuche in Griesheim

Es ist nicht viel bekannt über die Jüdischen Einwohner in Griesheim.
Es gibt kaum Informationen über dieses Thema, sowohl in der Stadtbücherei als auch im Stadtarchiv.
Ich habe keine Familie gefunden die nach dem Krieg wider nach Griesheim oder Umgebung gezogen ist.
Durch die Bücher über die Stadt Griesheim habe ich die Informationen gefunden die ich gebraucht habe.
Hauptsächlich habe ich Informationen über die Gesamtanzahl der Jüdischen Einwohner in Griesheim bei Darmstadt gefunden.

Binchen Stern aus Pfungstadt

Gespeichert unter: Spurensuche — Renate @ 19:07

Was ist die Spurensuche ?

Die Spurensuche beschäftigt sich mit der Zeit um den Zweiten Weltkrieg.
Zu dieser Zeit wurden viele Menschen von den Nationalsozialisten verfolgt, so zum Beispiel die Juden.Das Projekt Spurensuche beschäftigt sich mit dem Leben einer dieser Menschen.

Ich habe mich dafür entschieden mehr über Binchen Stern geborene Plaut herauszufinden, die in der Liste „ Namen der ermordeten Pfungstädter Juden“ aufgeführt ist.
So beginnt meine Spurensuche im Stadtarchiv Pfungstadt.

Steckbrief:

Name: Binchen Stern geborene Plaut
Geboren: 21.08.1869
Gemeldet: Abmeldung am 24.09.1942
Staatsangehörigkeit: Deutsches Reich
Religionszugehörigkeit: Jüdin
Weitere Geschwister: 4
Vater: Meier Plaut gestorben 21.04.1878
Mutter: Hannchen Plaut gestorben 18.06.1922
Letzter Wohnort vor der
Deportation: Bornstraße 12 Pfungstadt
Familienstand: Witwe
Beruf: keinen Beruf

Deportation:

Am 24.9.1942 wurde Binchen Stern abgemeldet und nach Darmstadt in die Liebig Schule gebracht. Von dort aus sie, über den Darmstädter Güterbahnhof
am 27.September 1942 nach Teresienstadt gebracht, und anschließend nach Auschwitz. Binchen Stern gilt als in Auschwitz verschollen.

Binchen Stern fiel einer Grosaktion zum Opfer bei der 26 Sonderzüge binnen 8 Wochen das Deportationsziel Theresienstadt anfuhren. Man plante die Deportation von mehr als 26.000 Menschen. In vielen Städten des Deutschen Reiches wurden ganze Gruppen von Sonderzügen zugeteilt, so waren es in Wien neun geschlossene Züge, Frankfurt am Main vier Züge, Berlin drei Züge und in Darmstadt, Mainz waren es zwei Züge.

Das Leben Binchen Sterns vor der Deportation

Binchen Plaut heiratete Willi Stern 1899 in Kassel.
Nach dem Anmelderegister (1900-1909)
ist ihr Mann Willi Stern in Stammheim am 16.9.1870 geboren und zog am 21.Mai 1900 als Metzgermeister von Düsseldorf nach Pfungstadt.
Es ist anzunehmen, dass seine Frau mit ihm nach Pfungstadt kam, auch wenn sie nicht extra erwähnt wurde.
Im Gewerbetagebuch (1894- 1907) steht,
dass Willi Stern am 21.Mai 1900 einen Metzgereibetrieb anmeldete.

1901 bekamen sie einen Sohn namens Siegfried, der aber auch unter dem Namen Fritz erwähnt wird. Siegfried ging 1910 in die höhere Bürgerschule in der Fabrikstraße in Pfungstadt. Er ist im Schülerverzeichnis des Jahresberichtes 1911/12 zu finden, in der Klasse Quinta (6 Klasse) unter dem Namen: Stern Fritz aus Pfungstadt.
Später arbeitete er bei seiner Familie im Betrieb bis er nach Uruguay auswanderte.

Binchen Sterns Mutter, Hannchen Plaut geboren am 29.12.1837 in Roboldshausen,
kam als Auszüglerin am 10.10.1906 zu Binchen Stern und lebte bei dem Ehepaar.
Sie starb in Pfungstadt am 18.06.1922

Im Brandkataster (1903) sind Willi Stern und seine Ehefrau Binchen in der Sandstraße 24 als Besitzer aufgeführt. Sie kauften 1905 ein Wohnhaus mit Waschküche und Stall, das ein Jahr zuvor gebaut worden war. 1926 kam ein Schlachthaus hinzu, das von Siegfried betrieben wurde. Der zweite Eintrag in das Gewerbetagebuch (1907- 1919) erfolgte 1908:
Neben dem Fleisch- und Wurstverkauf handelten sie auch mit Vieh.

Interessanterweise findet sich im Gewerbetagebuch eine weitere Anmeldung von
Binchen Stern :
Vom 19. März 1913 bis zum 1.August 1914, dem Anfang des 1. Weltkrieges, verkaufte Binchen Stern automatische Zigarrenrolltische als Inhaberin der Firma Automatische Zigarrenrolltische Company G.m.b.H. Der zweite Inhaber Wilhelm Gernsheimer war Tabakhändler in Viernheim und wohnte dort in der Blauehutstraße 24, wo er 1936 starb.
(Auskunft des Stadtarchives in Viernheim)

Siegfried heiratete Elsbeth Maier 1928 in Pfungstadt. Sie bekamen eine Tochter namens Ilse geboren 1929.

1936 wanderte Siegfried mit seiner Ehefrau und Tochter nach Montevideo in Uruguay aus.
Seine Eltern Willi Stern und Binchen blieben in Pfungstadt..
Nach der Auswanderung ihres Sohnes Siegfried entschlossen sie sich zum Verkauf ihres Anwesens in der Sandstraße 24. Die Käufer waren das Ehepaar Nungesser, auch Herr Nungesser war Metzger.

Im Sommer 1938 wurde ein Kaufvertrag zwischen den Familien Stern und Nungessern geschlossen. Die Auszahlung des Kaufpreises sollte Ende des Jahres erfolgen.
Am 6.12. 1938 kommt Therese Maier, die Mutter von Siegfrieds Frau, aus Osthofen nach Pfungstadt. Es liegt die Vermutung nahe anzunehmen, dass mit der Kaufpreissumme die Auswanderung zu ihrem Sohn und dessen Familie finanziert werden sollte. Die Landesregierung genehmigte aber den Verkauf des Gewerbebetriebes nicht, so dass eine Betriebsübergabe sowie die Übergabe des Kaufpreises erst 1941 erfolgen konnte.Willi Stern war zu dieser Zeit schon verstorben.

So blieben Binchen Stern und Therese Maier zurück. Sie weigerten sich, das Haus zu verlassen bevor es umgeschrieben wurde. Binchen Stern und Therese Maier zogen anschließend in die Mittelgasse 1 und danach in die Bornstraße 12. Dies war ihr letzter Aufenthalt vor der Deportation nach Theresienstadt.

Mein Fazit

Es war eine Interessante Arbeit sich mit Binchen Stern und ihrer Familie zu beschäftigen.
Durch die Spurensuche habe ich einiges über das Leben um 1900 und zu der Zeit der Nationalsozialisten erfahren. So habe ich einblicke erhalten, die mir ansonsten verschlossen geblieben wären. Besonders hat mich die Grausamkeit der Deportation berührt, ebenso wie die Probleme und Sorgen, denen sich die Familie stellen musste.

Quellenangaben:

Stadtarchiv Pfungstadt (Melderegister, Gewerbetagebuch, Brandkataster, Jahresbericht der Höhere Bürgerschule zu Pfungstadt.)
Sonstige Literatur : Alfred Gottwald, Diana Schulte: >>Judendeportation<< aus dem Deutschen Reich 1941-1945, Mixverlag 2006.
Denkzeichen Güterbahnhof, Deportationslisten; Zeitungsartikel vom 8.10.06 im Darmstädter Echo: „Spuren einer jüdischen Familie“
Foto: Höhere Bürgerschule: Pfungstadt vom fränkischen Mühlendorf zur modernen Stadt Herausgeber J. Friedrich Battenberg, Pfungstadt 1985
Foto: Höhere Bürgerschule heute Saskia Pöthig
Foto: Sandstrasse 24, Stadtarchiv Bildersammlung (Vorlage: Helga Nungesser)
Anzeigen in Gedichtsform: Willi Stern 1.Donnerstag 7.01. 1909 Pfungstädter Anzeiger
2. Samstag 16.01.1909 Pfungstädter Anzeiger

Familie Heyum

Gespeichert unter: Spurensuche — Renate @ 19:04

Elisa (Liesel)

geb. 10.10.1901 in Eberstadt
verschollen im KZ Auschwitz
Tochter vom Kaufmann Moses H.
Darmstadt-Eberstadt, Pfungstädter Str., 31/33; z. Frankfurt

Elise

geb. 27.6.1908 in Eberstadt
verschollen im KZ Auschwitz
Tochter vom Kaufmann Hermann H.
Darmstadt-Eberstadt, Pfungstädter Str. 19; z. 31

Eva Paula geb. Metzger

geb. 5.11.1876 in Weisenau bei Mainz
gest. 28.2.1943 im KZ Theresienstadt
Ehefrau vom Kaufmann Moses H.
Darmstadt-Eberstadt, Pfungstädter Str. 31/33;
z. Eschollbrücker Str. 4 ½

Hermann

geb. 1.9.1871
gest. 29.12.1942 im KZ Theresienstadt
Kaufmann
Darmstadt-Eberstadt, Pfungstädter Str. 19; z.31

Karoline geb. Würzburger

geb. 1.1.1873 in Binau bei Mosbach
verschollen im KZ Auschwitz
Ehefrau vom Kaufmann Hermann H.
Darmstadt-Eberstadt, Pfungstädter Str. 19; z.31

Maier (Meyer)

geb. 13.7.1865 in Eberstadt
gest. 25.6.1943 im KZ Theresienstadt
Kaufmann (Manufakturwaren)
Darmstadt-Eberstadt, Heidelberger Str. 31;
dann Georgenstr. 5

Moses

geb 1.5.1867 in Eberstadt
gest. 17.3.1943 im KZ Theresienstadt
Kaufmann (Futtermittel)
Darmstadt-Eberstadt, Pfungstädter Str. 31/33;
z. Eschollbrücker Str. 4 ½

Rosa geb. Wartensleben

geb. 3.8.1876 in Ober-Ramstadt
verschollen im KZ Auschwitz
Ehefrau vom Kaufmann Maier H.
Darmstadt-Eberstadt, Georgenstr. 5

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alle Angaben aus: Weisbecker, Joh. (1986): Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung von Juden
und Dreesen, Renate und Jetter, Christoph (2004): Darmstadt als Deportationsort
beide Werke im Staatsarchiv Darmstadt

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