Von: Jacqueline Rauschkolb
Griesheim, 1.Nov. 2005
Juden in Griesheim
Der erste Jüdische Einwohner wurde im Jahre 1656 genannt er steht unter den Namen „Hertz der Jud“ er betrieb einen Viehhandel und einen Kramladen.1683 wurde der zweite Jüdische Einwohner genannt, dieser steht unter dem Namen „Jud Mosche“ in den Stadtunterlagen. Er besaß einen Vieh – und Warenhandel. 1697 wird die Jüdische Familie Löb und die Familie Flack genannt. Diese versorgte die Gemeinde mit Öl für das Rathaus, da damals noch Öllampen verwendet wurden. 1716 wird der Jüdische Mitbürger Joseph registriert. 1728 wurden die Jüdischen Familien mit dem Namen Mayer und Mendel genannt. Zudem werden die Familien Wolf und Solomon als Neubürger 1736 eingetragen.
Die Anzahl Jüdischer Einwohner im Überblick :
Im Jahre 1823 von 2148 Einwohnern, waren 110 Jüdische Einwohner
Im Jahre 1830 von 2179 Einwohnern, waren 121 Jüdische Einwohner
Im Jahre 1853 von 3048 Einwohnern, waren 195 Jüdische Einwohner
Im Jahre 1905 von 6100 Einwohnern, waren 127 Jüdische Einwohner
Im Jahre 1932 von 8789 Einwohnern, waren 78 Jüdische Einwohner
Aus alten Unterlagen geht hervor, dass es einen „Judenhof“ in Griesheim gab, in dem die Judenschule unterhalten wurde. Zudem soll es dort Räumlichkeiten gegeben haben, für die Feier des Sabbats.
Um das Jahr 1790 wurde in Griesheim jedes Jahr im durchschnitt eine Jüdische Ehe geschlossen und ein Jüdisches Kind geboren.
Im Jahre 1880 waren etwa 23 Juden in Griesheim Hausbesitzer.
Am Anfang waren Juden in Griesheim hauptsächlich Händler, Kaufleute und Geldleier. 1933 waren sie Viehhändler, Kaufleute, Geldverleiher, Metzger, Textil- und Holzhändler, Uhrmacher, Bäcker und es gab 2 Jüdische Ärzte.
17 der Griesheimer Juden Kämpfte im 1.Weltkrieg für Deutschland davon kehrten 6 nicht mehr zurück.
Schon im März 1933 wurde ein damaliger Jüdischer Mitbürger auf die Bürgermeisterei bestellt und dann in einem Nebenzimmer von der NSDAP verprügelt. Dieser Jüdische Einwohner wurde kurze zeit später in das Konzentrationslager nach Dachau gebracht, von dem er nie zurückkam.
In der Reichskristallnacht (9. auf 10. November 1938) wurde das Kaufhaus Löb in der Groß-Gerauer Strasse 18 geplündert und das Inventar der Synagoge in der Hintergasse wurde zerstört und verbrannt. Die ehemalige Bäckerei Löb wurde nach
dem Krieg von der Stadt gekauft und heute befindet sich in diesem Gebäude das Heimatmuseum von Greisheim. Die ehemalige Synagoge und Judenschule ist heute ein Parkplatz, da diese im Krieg vollständig zerstört wurde.
Nach dem Krieg wurde ermittelt das 1933 noch 84 Juden in Griesheim gelebt haben. Von diesen gelangen es 27 auszuwandern, davon gingen:
16 in die USA
5 nach Südafrika
4 nach Paraguay
2 nach Frankreich
und 7 starben vor 1940 in Griesheim.
Der Rest, also 50 Jüdische Einwohner wurden durch die Behörden „Zwangsumgemeldet“ das heißt, sie kamen in verschiedene Konzentrationslager und starben auch dort, doch es gibt darüber keine genaueren Aufzeichnungen.
1984 wurde an der Stelle der ehemaligen Judenschule und Synagoge eine Gedenktafel aufgestellt. Mit der Aufschrift:
„Hier stand die Synagoge mit Jüdischer Schule bis zu ihrer Zerstörung beim Bombenangriff im August 1944“
Jüdische Familien in Griesheim
Es gab zwei Jüdische Ärzte in Griesheim, der eine, dessen Name nicht bekannt ist wanderte um ca. 1929 aus.
Der andere Jüdische Arzt, Dr. Buxbaum, der so wie ich erfahren habe auch bei der geburt meiner Großmutter dabei war, wanderte 1937 in die USA aus. Doch er kehrte 1945 als Militärarzt zurück nach Griesheim. Zusammen mit der Militärverwaltung der USA. Er veranlasste die Schließung mehrerer Äcker, da diese durch Abwässer und den Krieg verseucht waren und die Menschen krank machten, da diese von den Äckern Gemüse verbrauchten. Er blieb für ein Jahr in Griesheim und ging dann zurück in die USA wo er bereits eine Familie gegründet hatte. Er starb 1973 in den USA.
Dann gab es die Familie von Josef Mendel. Josef selber war „schwachsinnig“ so die Aufzeichnungen. Er hatte einen Sohn namens Markus Mendel, dieser wurde in Griesheim am 27. Dezember 1882 geboren. Beide kamen nach Polen in ein Konzentrationslager, dort sind beide auch verschollen.
Zudem gab es noch einen Leopold Mayer, dieser wurde am 1.Juni 1904 in Griesheim bei Darmstadt geboren. Er wurde von den Behörden, wie viele andere auch „Zwangsumgemeldet“. Er kam in das Konzentrationslager nach Groß-Rosen, wo er am 17. Februar 1941 starb.
Quellenangaben
Buch: Verlag:
Griesheim, V. Bassenauer- Griesheim
100 Jahre in Bildern
Lebensbild der Gemeinde V. Bassenauer- Griesheim
Griesheim von Karl Knapp
Griesheim, von der steinzeitlichen V. Bassenauer- Griesheim
Siedlung zur lebendigen Stadt von Karl Knapp
Zusammenfassung
Über die Spurensuche in Griesheim
Es ist nicht viel bekannt über die Jüdischen Einwohner in Griesheim.
Es gibt kaum Informationen über dieses Thema, sowohl in der Stadtbücherei als auch im Stadtarchiv.
Ich habe keine Familie gefunden die nach dem Krieg wider nach Griesheim oder Umgebung gezogen ist.
Durch die Bücher über die Stadt Griesheim habe ich die Informationen gefunden die ich gebraucht habe.
Hauptsächlich habe ich Informationen über die Gesamtanzahl der Jüdischen Einwohner in Griesheim bei Darmstadt gefunden.